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Nebenstraßen und Fußwegen bleiben im Winter Sorgenkinder
Zunächst möchten wir für das Geleistete in den letzten
Wochen den Mitarbeitern des ASR unseren Dank aussprechen. Mit den zur Verfügung
stehenden Mitteln haben sie, zumindest was das A-Straßennetz anbelangt, eine
gute Arbeit geleistet. Manko ist und bleibt das verbleibende Straßen- und
Fußwegenetz. Alle in den Kategorien den A-Straßen nachgelagerten Verkehrswege
können, dies wurde in den letzten Wochen deutlich, mit den zur Verfügung
gestellten Ressourcen kaum oder aber eben erst später bedient werden. Diese
Verzögerungen ziehen Folgen nach sich, die in diesem Winter vielfach deutlich
sichtbar aber auch spürbar waren. Müllcontainer konnten teilweise nicht geleert
werden, weil deren Erreichbarkeit nicht möglich war. Private Stellflächen
(vorwiegend von Einzelhandelseinrichtungen) wurden mangels Alternativen als
Parkflächen teils auf Dauer genutzt und führten dabei teils zu Behinderung bei
Anlieferungen der Einzelhandelsmärkte. Haltestellen des ÖPNV aber auch
zahlreiche Fußwege wurden mangels Beräumung zum gefährlichen Parcours für
Kinder, Familien mit Kinderwagen und Menschen mit Gehbeeinträchtigung. Hier
muss die Stadt weitere Lösungsansätze bzw. bestehende Möglichkeiten umfassender
nutzen. Die Ausdehnung der Einbindung Dritter zur Beräumung ist dabei eine
denkbare Variante.
Vor dem Hintergrund des aufgezeigten Vergleichs
der Zahlen, sei es bei den Fahrzeugen, Mitarbeitern, Kilometern und besonders
Schneefallmengen in den beiden anderen sächsischen Großstädten, so schneidet
Chemnitz auf den ersten Blick schlecht ab. Zieht man dabei die Einwohnerdichte
hinzu, zeigt sich abermals die Flächenproblematik, die für Chemnitz immer mehr
zum Hebel an der Preisschraube wird, ähnlich wie es sich auch bei der
Abwasserkostenproblematik verhält. Gleichwohl muss man beim Thema Winterdienst
erwähnen, dass nicht lediglich die Zahl der Fahrzeuge und Mitarbeiter sondern
die Koordination selbiger entscheidend ist. Hier muss man, wie eingangs
beschrieben, für das A-Netz dem ASR objektiv betrachtet gute Noten ausstellen.
Vielfach beginnt das Problem nach dem Schneefall jedoch vor der eigenen
Haustür. Teils kommen Grundstückseigentümer ihren Pflichten nicht oder nur in
unbefriedigendem Maße nach. Teils verhindern ungeräumte Straßen in Wohngebieten
ein Fortkommen mit dem PKW. Selbst nach der Räumung durch den Winterdienst
besteht dann häufig das Problem, dass man über die aufgeschobenen Ränder
zumeist nicht ohne fremde Hilfe gelangt. Kommt es in Folge nicht zu einer
Beräumung bzw. Abtransport der Schneemassen an sich, wie sie bislang in diesem
Winter verhältnismäßig hoch anfielen, verstärkt sich der Behinderungseffekt in
allen drei Beispielen und damit der Eindruck eines mangelhaften Winterdienstes.
Der Lösungsansatz ist sicherlich in einer weiteren
Verbesserung der Vorbereitung zu suchen. Angesichts der angespannten
Haushaltlage erscheinen dabei Anschaffungsinvestitionen in weitere
Großraumfahrzeuge zur Umsetzung der Pflichtaufgabe auf öffentlichen Straßen und
Grundstücken unrealistisch. Die frühzeitige Bindung Dritter für Winterdienste
erscheint hierbei für die Stadt die optimalere Lösung zu sein. Denkbar wäre
z.B. Unternehmen, in sinnvoll geteilten Losen, Räumbezirke anzubieten.
Vorhaltekosten der Stadt für die Technik könnten damit optimiert werden. Gerade
Unternehmen im Straßenbaugewerbe sowie der Garten- und Landschaftspflege
könnten hierbei ihre vorhandene Fahrzeugtechnik und ihr Personal in den zumeist
witterungsbedingt auftragsarmen Wintermonaten möglicherweise gut einbringen.
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